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Wolfgang Robert Lehner

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Lecon Industries LECON® INDUSTRIES

1850 | 2020 - 170 Jahre Unternehmenstradition.

Worin besteht der ständig neue Antrieb aller Lecon Marken?

INTERVIEW MIT WOLF LEHNER, LECON INDUSTRIES CEO



Ihre UrUrgrossmutter Theresia Hauer erfand 1850 die Rezeptur für Lipizzaner®Torte und Lipizzaner®Kugel, außerdem gründete sie das Familienunternehmen dem Sie heute vorstehen. Wie kann sich ein im Wesentlichen unverändert hergestelltes Produkt über einen so langen Zeitraum international am Markt behaupten?


Es kommt auf die Antriebskraft gleich am Beginn eines Unternehmens an. Technische Herausforderungen und innovative Lösungen sind da die besten Triebfedern für dauerhafte Spannkraft im Unternehmen.


Die Antriebskraft schon bei der Unternehmensgründung ist ein sehr entscheidender Moment.


Es ist ganz einfach: gute Produkte müssen sich in extremen Situationen bewähren. Heute unterzieht man sie üblicherweise hohen physikalischen Belastungen unter Labor-Bedingungen, um jedem nur erdenklichen negativen Einfluss zugunsten bester Qualität entgegenwirken zu können.


Wie kam die Torte saftig frisch zur Sphinx?


Für die Gastronomin und innovative Patisserière Theresia Hauer waren es die Reiseambitionen ihres Schwiegersohnes, Karl Graf Leiningen, die sie zu einer unverwüstlichen Rezeptur mit höchstmöglichger Halbarkeit auch unter grossen Hitzebelastungen, bei gleichzeitiger Saftigkeit der Torte herausforderten. Als Diplomat und Ägyptologe brach er zu mehreren Expeditionsreisen auf, um v.a. an der Ausgrabung der Sphinx teilzunehmen. Zunächst brachte er andere bekannte Torten aus Wien als Gastgeschenke mit. Leider sind diese Torten auf Mehl-Basis hergestellt, trockneten schon während der fast einwöchigen Reise weitgehend aus und enttäuschten so, als sie am Ziel hätten beeindrucken sollen. Zur Lösung dieses Problems entwickelte Theresia Hauer ein Tortenrezept ohne jeglichen Einsatz von Mehl - damit das wahrscheinlich erste glutenfreie Serienprodukt der Welt - ersetzte es durch fein geriebene Mandeln, die die Saftigkeit speichern können, und stellte damit Torten her, die mindestens 4 Wochen saftig frisch bleiben.


An den Mahlwerken des aufkeimenden Industriezeitalters interessiert, nutzte sie diese regelmässig zur Herstellung von Kakaopulver aus Kakaobohnen. Als sie den Mahlvorgang einmal zu lang durchführte, und das Kakaopulver unbeabsichtigt weiter verpresst wurde, trat Kakaobutter aus – eine Substanz, die man bis dahin noch nicht kannte. Sie experimentierte damit weiter und wurde zur Pionierin der weissen Schokolade, eine wahre Sensation Mitte des 19. Jahrhunderts. Nebeneffekt war der um etwa 8 Grad höhere Schmelzpunkt gegenüber bekannter dunkler Schokoladeglasur. Ein weiter Vorteil gegenüber den  Torten der Wiener Mitbewerber zugunsten weltweiter Reisefähigkeit der Lipizzaner®Torte.


Damit konnte Karl Graf Leiningen in Ägypten mit perfekt frischen, saftigen Torten beeindrucken. Das sind die heute international bekannten Lipizzaner®Torten: mindestens 4 Wochen saftig frisch und zertifiziert glutenfrei. Bis heute entscheidende Vorteile gegenüber den Mitbewerbern im täglich weltweiten Vertrieb. Etwa 85% unserer Tagesproduktion von bis zu 1000 Torten gehen in den internationalen Export direkt an unsere Kunden.


In Verbindung mit unserer von USA bis China weltweit registrierten Marke Lipizzaner® zur Unterstreichung des Alleinstellungsmerkmals, ist die Lipizzaner® erfolgreiche Verkörperung höchster kulinarischer Qualität mit kulturhistorischem Konnex, made in Vienna.


Mit den Lipizzaner®Kugeln war es übrigens 1850 eine vergleichbare technische Herausforderung, die zu dieser Innovation führte. Heisse Sommer veranlassten Theresia Hauer dazu, die bei Pralinen riskante Komponente Nougat in den Kern zu versetzen und mit einer Schicht temperaturresistenten, feinsten Marzipans zu ummanteln. Darüber folgte eine Schicht dunkle Schokolade und eine äussere Schicht weisse Schokolade. 40 Jahre vor der ersten Mozartkugel war die bis heute bekannte Lipizzaner®Kugel geboren! Sie ist heute im Unterschied zu Mozartkugeln auch bei hohen Sommertemperaturen erfolgreich im internationalen Handel und mindestens 1 Jahr haltbar und das mit dem im Wesentlichen ursprünglichen Rezept bei einer Tagesproduktion bis zu 200.000 Stk.


Die Produktion war in der Wiener Josefstadt. 1875 wurde Theresia Hauer K.u.K. Hoflieferantin und eröffnete ihre Stadtfiliale am Stephansplatz 6. 1885 folgte eine Filiale in München und 1895 eine weitere in London, wo sie bald den “Warrent” für die Belieferung der Britischen Krone erhielt. Eine sehr erfolgreiche und innovative Frau ihrer Zeit.


Wann und aus welchem Grund wurde der Name Lipizzaner® als internationaler Markenname übernommen?


Es geht um die Unterstreichung des Alleinstellungsmerkmals durch eine international registrierte Marke. Anders kann heute kein erfolgreiches Marekting mehr betrieben werden. Die Wortmarke Lipizzaner® wurde 1954 erstmals registriert. Sie steht heute in internationalem Umfang für über 400 Waren und Dienstleistungen im Food- und Non-Food-Bereich im alleinigen Eigentum unserer Unternehmensgruppe. Diese Marke hat einen starken assoziativen Bezug zur Farbe Weiss und zu Wien. Sie unterstreicht unserer Anspruch nach qualitativer Exzellenz, Tradition und Avant Garde.


Und so blieb es bis heute. Kein Lecon Produkt ohne Neuheitsanspruch.


Was veranlasste Sie dazu als ersten Schritt das Konstruktionsbüro wieder in den Mittelpunkt zu stellen, als Sie dem Unternehmen beitraten?


Es ergab sich sofort aus der damals aktuellen Aufgabenstellung. Das Konstruktionsbüro ist seit jeher die Ideenschmiede unserer Produktionszweige. Kein Lecon®Produkt ohne technischen Neuheitsanspruch! Kein Lecon®Design ohne funktionalen Hintergrund. Von Theresia Hauers innovativen Ansätzen in der Patisserie und der Erfindung der weissen Schokolade 1850 haben wir schon gesprochen. Es kamen dann noch andere Familienzweige und deren völlig unterschiedliche Unternehmen hinzu.


Theresia Hauers Bruder Wilhelm betrieb einen Marmor-Steinbruch und belieferte ab 1875 als Steinmetz einige Baustellen der Wiener Ringstrassenzeit, wie Rathaus, Universität und Parlament mit seinen Produkten. In seinem Betrieb bestand ein Planungsbüro für Sägemaschinen und Architektur.


Dynamik in der Produktentwicklung durch Interdisziplinäre Querverbindungen.


Dann gab es die Josefstädter Trachtenschneiderei Karl Lorenz, in die Theresia Hauers Tochter Anna einheiratete.


Da war der Fahrzeugpionier Laurenz Schmid, einer meiner Urgrossväter. Er begann im beginnenden Industriezeitalter um 1890 zunächst als Nähmaschinen- und Fahrradhändler, erkannte bald das Potential des Motorrad- und Fahrzeughandels mit Generalimport von Moto Guzzi, Lancia, Bugatti und betrieb eine Werkstätte in Wien 1, Bartensteingasse, sowie ein Konstruktionsbüro für Fahrzeugbau. Hier entstanden in den 1920er und 1930er Jahren viele Rennwagen und Rennmaschinen, die v.a. in den Bergrennen dieser Zeit mit Laurenz Schmid´s Sohn Karl, meinem Grossvater, als Pilot erfolgreich waren. U.a. ist er auch der Erfinder der “Hardy-Scheibe” zur Verminderung der Lenkvibration, mit der er auf Anhieb Rennen gewann.


1960 eröffnete meine Mutter, Annemarie Lehner, Ur-Enkelin von Theresia Hauer, das Innenarchitektur-Büro. Sie entwarf innovative Gesamtausstattungen für Wohn- und Geschäftshäuser mit zahlreichen Publikationen in den Architekturzeitschriften der 60er, 70er und 80er Jahre. Als Designerin entwarf sie u.a. Textilien, Tapeten, Teppiche, Mode und Brillenfassungen für bekannte Hersteller.


Als ich 1988 nach dem frühen Tod meines Vaters, Robert Lehner, in unser Unternehmen eintrat, war meine erste Herausforderung die Schaffung der technischen Produktionsvoraussetzungen von 50 Badezimmer Nasszellen für ein Kreuzfahrtschiff, die laut den Plänen von Annemarie Lehner mit grossformatigen, leichtgewichtigen, daher dünnen Natursteinplatten vertäfelt werden sollten. Mangels Zulieferern folgten 1988 bis 1992 meine ersten 3 Verfahrens-, Anlagen- und Produktpatente unserer Projekte Marble-House™ und Ringstrassenmarmor®, 1992-94 gefolgt von den modularen Bausstoffsystemen Stonewall™ mit 4 weiteren Patenten in Österreich, Deutschland und den USA.


Aus dem erworbenen technischen Know-How im Bereich Verbundwerkstoffe, folgten ab 1992 mehr als 200 patentierte Skikonstruktionen der Leconte® - Lecon Technische Konstruktionen und –Design GmbH. Die bisher erfolgreichste wurde als “Atomic ß-Race Carver” bekannt – eine hoch vibrations- und torsionsstabile Konstruktion, die rein äusserlich an ihren zwei erhabenen, im Querschnitt B-förmigen Wölbungen in Längsrichtung erkennbar ist. U.a. erzielte damit Hermann Maier seine grössten Erfolge.


Ab 1992 beschäftigen wir uns bei Leconte® mit den aerodynamischen Fahrzeugkonstruktionen Airtronic™ v.a. für Rennwagen. Mit den durchströmten “doppelten Unterböden” System Airtronic™ erzielte Ferrari ab 1996 unzählige F1-Siege. Im Ferrari 360 Modena hielt eine Leconte® Aerodynamik-Komponente Einzug in die Serienfertigung. Mit dem patentierten Leconte® “Doppel-Diffusor” wurde 2009 Brawn-Racing aus dem Stand F1-Weltmeister. In der aktuellen Rennsaison Le Mans Series wird ein Airtronic® Unterboden im Aston Martin Team eingesetzt.


1993 entwickelten und patentierten wir aus Anlass der damaligen Rennunfälle das Head and Neck Protection System “HANS” für Rennhelme, das heute in allen Rennserien vorgeschrieben ist.


Ab 1994 bringen wir unter unserer Marke Leconte® und McEyewear® Brillenkollektionen mit unverwechselbarer Formensprache heraus. Erfolgreich sind die Kollktionen Treasury®, PennySpecs® und Changer®

Teil des Konstruktionsbüros ist die Marken- Muster- und Patentabteilung. Bis heute verfügen wir über ca. 50 Patente und 15 Eigenmarken. Eine davon ist Lipizzaner® und das dazugehörige Geschäftsfeld.


Vielfalt ist unser Erfolg.


Sie haben eine sehr große Produktvielfalt.


Ja, sie ist das Resultat unserer hauseigenen Ressourcen aus thematisch in unterschiedlichen Zweigen gewachsenen Traditionen und daraus resultierenden technischen Querverbindungen. Eines ist immer konstant als unverzichtbarer gemeinsamer Nenner geblieben: der Anspruch nach Innovation, erkennbarer Alleinstellung am Markt und höchstmöglicher Qualität.


Wollten Sie schon immer in das Familienunternehmen eintreten, oder war es Ihre Pflicht die Familientradition fortzusetzen?


Ich habe nach meiner Matura 1980 an der Universität Wien Rechtswissenschaften und als Zweitstudium Theater-, Film und Medienwissenschaften studiert. Mein Ziel war es Rechtsanwalt zu werden mit dem Spezialgebiet Immaterialgüterrecht (Marken-, Muster-, Patent-, Urheberrecht). Der frühe Tod meines Vaters 1984 veranlasste mich in das Familienunternehmen einzutreten. Doch wie jede Generation zuvor, habe ich die Geschäftsbereiche nach und nach in Richtung meiner Schwerpunkte umstrukturiert. Und das war oft gar nicht einfach. Es bestand somit sicher keine Verpflichtung dazu. Ich hätte meinen urspünglichen Weg auch weiterverfolgen können. Doch irgendwie waren für mich damals die Herausforderungen und die vielfältigen gestalterischen  Möglichkeiten im Unternehmen verlockend.


Haben Sie irgendwelche kleinen Veränderungen oder Verbesserungen an der Rezeptur der mittlerweile weltbekannten Lipizzaner®Torte vorgenommen?


Never change a winning product! Die Lipizzaner®Torte ist und bleibt in ihrer Rezeptur unverändert. Darauf verlassen sich auch unsere Kunden, die diese Konstanz in Tradition und Qualität schätzen. Weitere und neue Produkte im Patisserie- und Confiserie-Bereich entwickeln wir im  wieder aufgelegten Geschäftsbereich “Theresia Hauer – Feine Patisserie, KuK Hoflieferantin Wien 1850”. Damit schliesst sich der Kreis. Wir setzen hier bewusst und voll Respekt dem Innovationsgeist unserer Gründerin ein stets aktualisiertes Denkmal.


Worauf liegt Ihr Fokus heute, im Süsswarenbereich oder in einem der vielen anderen Produkte für die Sie Patente besitzen?


Die Geschäftsfelder bestehen parallel zueinander gleichwertig. Sicher ist jedoch das Tagesgeschäft im Bereich Lipizzaner®Torten und Lipizzaner®Kugeln vom Aufwand her dominant. Hier den Freiraum für die weiteren Geschäftsbereiche offen und dynamisch zu halten, ist meine tägliche Managment-Herausforderung. Doch, wie bereits gesagt, es sind die gewachsenen Querverbindungen unter unseren Geschäftsbereichen, die uns immer wieder neue Produkte schaffen lassen und sehr oft für uns überraschend neue Wege in Design, Produktion und Handel eröffnen. So haben sich aus Synergieeffekten für das Produkt Lipizzaner®Bräu erst kürzlich völlig neue Vertriebswege ergeben. Und im Bereich Leconte®Cosmetics stehen gerade zwei weitere Duftnoten zur Produktions-Entscheidung an. Das ist spannend. Jeden Tag!


Never Change a Winning Product.


Heute agiert Ihr Unternehmen global. Welche Marke ist Ihre erfolgreichste?


Lipizzaner® ist sicher unsere in der Breite der Produktaplette und internationalen Präsenz heute bekannteste Marke. Lipizzaner® Produkte sind heute von USA, Kanada, Europa, Asien bis Australien im Handel über unsere Vertriebspartner und ab Werk direkt an Endverbraucher im täglichen Versand, insbesondere Lipizzaner®Torten.


Was planen Sie für die Zukunft des Unternehmens, in Bezug auf Verkaufsstrategie etc.?


Seit den 1990er Jahren war im Bereich Lipizzaner®Kugel der Vertrieb über Lebensmittelketten, in welchen wir gelistet sind, wie bspw. Rewe Österreich und Deutschland, Galleria Kaufhof Deutschland, El Corte Inglès Spanien sowie gehobene Feinkost, wie etwa KaDeWe Berlin, Dallmayer München, Meinl am Graben Wien, Harrods London, Le Bon Marché Paris, Galeries Lafayette Paris wichtig, um breite Verfügbarkeit zu ermöglichen.


Lipizzaner in Manhattan.


Seit 2004 fahren wir parallel mit eigenen Lipizzaner®Shops eine weitere Schiene. Der erste entstand 2004 in St.Wolfgang am Wolfgangsee. 2005 folgte mit Lipizzaner® am Stephansplatz die Wiedereröffnung der Stadtfiliale von Theresia Hauer aus 1875-1900. 2014 wurde im “Alten Cacao Comptoir” die Filiale Lipizzaner® in der Josefstadt eröffnet. Aus dieser Erfahrung entwickelten wir ein international vervielfältigbares modulares Konzept für Lipizzaner®Shops. Darin liegt bereits kurz- und mittelfristig die Zukunft dieses Geschäftsbereiches. Kürzlich las ich in der Kronenzeitung, dass wir beabsichtigten eine Filiale in Manhatten zu eröffnen. Das ist richtig und passt in unser strategisches Konzept.


Durch die Globalisierung der letzten 20 Jahre stehen uns in jeder Branche gigantische internationale Konzerne gegenüber. Zur Wahrung der Marktchancen sind kurze Wege innerhalb des Unternehmens von der ersten innovativen Idee bis zum qualitativ bestmöglichen Produkt und dessen Markteinführung entscheidend. Nicht zu vergessen der selbstbewusste persönliche Einsatz im Unternehmen und in allen Kanälen nach aussen. Nur so lassen sich die gegenüber den internationalen Mitbewerbern oft lächerlich geringen Budgets wenigstens im Ansatz kompensieren.


Zurückblickend, hätten Sie die Wahl, würden Sie das Familienunternehmen noch einmal übernehmen?


Eine vielversprechende Ski-Rennläuferin, die nach einem schweren Sturz ihre noch junge Karriere beenden musste, sagte vor 25 Jahren einmal zu mir: “Es ist das Leben, das Dich mit Härte formt”. Das gilt natürlich für Unternehmen ebenso.


In den letzten 30 Jahren ist in technischer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht kein Stein am anderen geblieben. Es war ein schwieriger Weg eine Unternehmensgruppe durch diese sich verändernden instabilen Zeiten und Märkte zu führen. Ein Prozess laufend notwendiger Umstrukturierung und Hinterfragung jeder einzelnen kreativen, produktiven und vertrieblichen Komponente. Doch so ging es allen Unternehmen, die schon vorher da waren und diese Umbrüche irgendwie überleben wollten.


Tradition & Avant Garde.


Dieser Prozess permanenter Erneuerung auf der Basis unseres Grundanspruchs nach Tradition und Avant Garde bringt uns auch nach 166 Jahren am Puls der Zeit ständig weiter. Es gibt keine Asche, die wir anbeten. Es ist das Feuer, das wir im Unternehmen und gegenüber unseren Kunden täglich weitertragen, von unserem ersten Produkt an, der Lipizzaner®Torte, die das Paradebeispiel für unsere Grundwerte darstellt.


Die Antwort ist daher eindeutig: Ja! Es hat trotz vieler, angesichts der unternehmerischen Herausforderungen oft sorgenreicher Abschnitte, immer sehr viel Freude gemacht, Lösungen gefunden zu haben und daran zu wachsen. Gestalten zu dürfen, sich Aufgaben selbst zu definieren, daran zu glauben, mit Entschlossenheit das Ziel nicht aus den Augen zu lassen, d´ran zu bleiben, seinen ganzen Mut in die Waagschale zu werfen, all das ohne Sicherheitsnetz, weil es heute für nichts mehr Garantien ewigen Fortbestands gibt, und in der Summe mit dem Geleisteten zufrieden zu sein, weil man ungeachtet des Ergebnisses, das oft auch recht bescheiden sein mag, alles nur Mögliche gegeben hat, ist ein Geschenk, erst recht, wenn man es sich selbst machen kann!


Danke für das Gespräch.