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1096
1220
1317
1444
1695
1560
1779
1803
1848
1657
1899
1934
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Das Haus
Leiningen ist ein mediatisiertes deutsches
Grafengeschlecht der Rheinpflaz, dessen
Besitzungen ursprünglich aus der alten
Grafschaft Leiningen im Wormsgau bestanden, zu
der später Erwerbungen im Speyergau, Elsaß
(Dagsburg), in Lothringen (Aspermont) kamen. Der
erste Graf von Leiningen, welcher mit
Bestimmtheit genannt wird war Emiko, welcher
1096 eine rohe Schar von
Kreuzfahrers nach dem Morgenlande zu führen
suchte, aber schon in Ungarn zur Umkehr genötigt
wurde. Bereits 1220 erlosch
das Geschlecht mit dem Grafen
Friedrich (Minnesinger) im
Mannesstamm. Die Erbtochter Liutgard
vermählte sich mit dem Grafen
Simon von Saarbrücken, und ihr
dritter Sohn, Friedrich (1220-37),
erbte die Leiningenschen Besitzungen und nahm den
Namen und das Wappen der alten Grafen von
Leiningen an. Nach 1234 erbte Graf
Friedrich III. von Leiningen von
seinem Bruder Simon die Grafschaft Dagsburg im
Wasgau.
Friedrichs
IV. Sohne Friedrich
V. und Joffried (Gottfried) teilten 1317
und 1318 die Leiningenschen
Güter und gründeten die beiden Hauptlinien des
Hauses: die ältere und die jüngere. Von der älteren
Linie erhielt Hesso 1444
vom König Friedrich III. die Würde
eines gefürsteten Landgrafen, doch starb diese
Linie mit Hesso 1467 aus.
Hierauf bemächtigte sich seine Schwester Margarete, die
Witwe Reinhards Herrn zu
Westerburg, des größten Teiles
der besitzungen, nahm für sich und ihre
Nachkommen den Namen der Grafen von Leiningen an
und wurde dadurch die Gründerin des Hauses Leiningen-Westerburg.
Die
Hauptlinie Leiningen-Westerburg
(ursprünglicher Besitz der Herren zu Westerburg
die Herrschaften Westerburg auf dem Westerwalde
und Schadeck an der Lahn), von Margarete
von Westerburg
abstammend, ebenfalls gräflich, zerfiel 1695
in den Speziallinien Alt-Leiningen-Westerburg
und Neu-Leiningen-Westerburg.
Die erstere besitzt die Standesherrschaft
Ilbenstadt unter hessischer Hoheit sowie auch die
Hälfte der herrschaft Westerburg und der
Herrschaft Schadeck, die letztere die andere
Hälfte von Westerburg und Schadeck unter
preußischer Hoheit. Familienoberhaupt der Linie
Alt-Leiningen-Westerburg ist (1896) Graf
Friedrich, geb. 30. Dez. 1852, der
Linie Neu-Leiningen-Westerburg Graf
Karl, geb 8. April 1863.
Die
jüngere, von ihrem Stifter
Joffried auch die Joffriedsche Linie genannt,
führte nach Hessos Tod den Namen Leiningen-Dagsburg.
1560 teilten die Söhne Emichs
IX. von Leiningen-Dagsburg
(1498-1541) die väterlichen Besitzungen und
gründeten die Linien Leiningen-Dagsburg-Hartenburg
und Leiningen-Dagsburg-Falkenburg.
Die
erstere, evangelischer Konfession, gegründet von
Johann Philipp
(1539-62), wurde 1779 in den
Reichsfürstenstand erhoben, verlor aber im
Lüneviller Frieden ihre auf dem linken Rheinufer
gelegenen Besitzungen, etwa 660 qkm, und wurde
dafür durch den Reichsdeputationshauptschluß
von 1803 durch Besitzungen im
Mainzischen (Miltenberg, Amorbach, Bischofsheim),
Würzburgischen (Hardheim, Lauda, Rippberg) und
in der alten Rheinpfalz (Mosbach und Borberg)
entschädigt. Die neuen zusammenhängenden
Besitzungen, nache 1.600 qkm, wurden zu einem Fürstentum
vereinigt und durch die Rheinbundsakte von 1806
als Standesherrschaft der Oberhoheit
Badens unterworfen. 1810 kamen
die Ämter Miltenberg und Amorbach unter
hessische, 1816 unter bayrische
Souveränität. Ein kleiner Teil der Besitzungen
blieb unter hessischer Oberhoheit. Residenz
ist Amorbach, im Sommer Schloß
Waldleiningen in Baden.
Fürst Karl Friedrich Wilhelm Emich, geb.
12.9.1804, folgte seinem Vater Emich
Karl 1814 unter der
Vormundschaft seiner Mutter Maria
Luise Viktorie, Prinzessin von Sachsen-Koburg, die
sich nachmals mit dem Herzog von Kent
verheiratete, durch den sie Mutter der Königin
Viktoria von Großbritannien wurde. Fürst Karl
war bayrischer General der Kavallerie, vom 9.
Aug. bis 5. Sept 1848 Präsident
des Reichsministeriums - liberaler Politiker,
setzte sich für die Einigung Deutschlands unter
preußischer Führung ein - und starb 13. Nov.
1856 in Amorbach. Haupt der fürstlichen Linie
wurde anschließend Fürst Ernst von
Leiningen, geb. 9. Nov. 1830,
erbliches Mitglied der bayrischen Kammer der
Reichsräte, Standesherr in Baden und Hessen und
Admiral in der großbritannischen Marine. Er war
mit einer badischen Prinzessin vermählt.
Die
zweite Linie, Leiningen-Dagsburg-Falkenburg,
blieb gräflich und zerfiel 1657 in die
Unterlinien Leiningen-Heidesheim,
Leiningen-Dagsburg und Leiningen-Guntersblum.
Die erste erlosch im Mannesstamm 1766, die zweite
1708. Die letzte, welche 1774 ebenfalls im
direkten Mannesstamm ausstarb, besteht noch in
den Nebenzweigen Leiningen-Guntersblum
und Leiningen-Heidesheim, die
sich nach den Gütern, welche sie durch den
Reichsdeputationshauptschluß zur Entschädigung
erhielten, Leiningen-Billigheim und Leiningen-Neudenau
nennen. Auch sie wurden durch die Rheinbundsakte
als Standesherren der Oberhoheit Badens
unterworfen. Das Haupt von Leiningen-Billigheim
wurde Karl
Graf von
Leiningen-Billigheim (1860 -
1899), bayrischer Gesandtschaftsattaché in Wien,
von Leiningen-Neudenau Emich
Graf von Leiningen-Neudenau, geb.
31. Juli 1855, Hauptmann in der preußischen
Garde, beide katholisch. Mit dem Tod von Graf
Karl 1899 erlischt die Linie Leiningen-Billigheim
im Mannesstamm. Graf Karls Witwe, , ist die
letzte Namensträgerin dieser Linie. Wappen und
Namen des Hauses Leiningen-Billigheim fallen im
Erbwege an die Nichte und Erbin von Graf Karl und
Christine Gräfin
Leiningen-Billigheim (1873 -
1934), Emilie
Ida Katharina Lorenz
(1892-1970), deren Sohn, Alfred Schmid-Lorenz
(1923-1982), deren Tochter Annemarie
Lehner-Schmid,
geschäftsführende Gesellschafterin der Lecon
Firmengruppe, welche das traditionsreiche
Unternehmen Lorenz & Leiningen beinhaltet.
Quellen:
- Brinckmeier, Genealogische
Geschichte des Hauses Leiningen
Braunschweig 1890-91, 2 Bde.
- Meyers
Konversations-Lexikon, 5. Auflage, 18
Bde., 11. Bd., S. 190 f., Leipzig und
Wien, Bibliographisches Institut, 1896
- Bertelsmann Lexikon, 20
Bde., 11. Bd., S. 101, Berlin 1976.
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